Donnerstag, 2. September 2010

Das Gefühl

Ein altes Gefühl, das ich schon immer in Worte fassen wollte...

Wenn ich eine schöne Landschaft sehe, licht und schön in der Sonne, dann will ich diesen Ort besitzen. Ein Teil von ihm werden. Ein ganzes Leben in ihm verbracht haben, ohne je etwas anderes gekannt zu haben.

Ich weiß noch nicht, wie ich dieses Bedürfnis stillen kann. Zeitlos, ziellos, frei durch das Land hindurch zu wandern ist ein Anfang. In seinem Herzen mich niederzulegen und die Sonne zu genießen ein zweiter Schritt. Doch meine Wollust verlangt nicht weniger als 10 Schritte, und doch unendlich, und doch sollte es eigentlich nur ein einziger sein. Ich möchte die Pflanzen mit meinem Schweiß begießen. Den Mücken mein Blut spenden. Dem Boden und den Tieren und den Bakterien meine Überreste opfern. Meine Asche im Wind verstreuen.

Ein großer Schritt und doch keiner ist vielleicht das Hirtendasein. Tagelang sitzt er auf den Steinen, die seit Tausend Jahren nicht bewegt wurden. Er wird Teil seiner Herde, Teil der Weide, Teil der Luft, Teil der Welt.

Doch dafür ist es, zum Glück, zu spät.

Und da leuchtet etwas im Feld, etwas Gläsernes, das die Sonne reflektiert. Eine Idee. Ein Fänger im Roggen sein. Takuan, der goldene Junge.

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